Elementarschadenabdeckung zwingend notwendig in der Praxisinventarversicherung

Das j√ľngste Hochwasser hat eindeutig aufgezeigt, dass jede Zahnarztpraxis auch eine Versicherung gegen Elementarrisiken haben sollte. Die Sch√§den bei den betroffenen Praxen liegen meistens im sechsstelligen Bereich. Damit nach solchen Sch√§den kein zus√§tzlicher √Ąrger mit der Versicherung aufkommt, sollte der Versicherungsschutz im Vorfeld klar und eindeutig gekl√§rt sein. Dabei gibt es insbesondere zwei Punkte, bei denen der Versicherer im Leistungsfall gerne den Rotstift ansetzt und K√ľrzungen vornimmt: Unterversicherung und die Zeitwertklausel

 

Eine Praxisinventarversicherung leistet dann, wenn ein Schaden durch eine der versicherten Gefahren Einbruchdiebstahl, Feuer, Sturm, Leitungswasser, Glasbruch, unbenannte Gefahren und Elementargefahren eingetreten ist. Die Versicherungssumme soll dem Wert der Praxiseinrichtung zu Neupreisen entsprechen. Doch hier fangen die ersten Probleme schon an. Wer √ľberpr√ľft regelm√§√üig, ob der Versicherungswert der Praxiseinrichtung mit der Versicherungssumme noch √ľbereinstimmt? Ist bei eventuellen Neuanschaffungen die Versicherungssumme angepasst worden? In der Realit√§t kommt es leider h√§ufig vor, dass die Werte teilweise erheblich voneinander differieren. Dann droht im Schadensfall eine Unterversicherung mit erheblichen finanziellen Folgen.

Ein Beispiel: Angenommen der Praxiswert betr√§gt 300.000,- ‚ā¨, die Versicherungssumme bel√§uft sich lediglich auf 200.000,- ‚ā¨. Bei einem eingetretenen Schaden von 100.000,- ‚ā¨ werden auch lediglich 2/3 des Schadens ersetzt, das hei√üt rund 66.000,- ‚ā¨. Mehr als 33.000,- ‚ā¨ m√ľsste der Zahnarzt / die Zahn√§rztin in diesem Beispiel aufgrund der Unterversicherung selbst bezahlen. √úberpr√ľfen Sie Ihren Versicherungsschutz auf die H√∂he der Versicherungssumme und darauf, ob der Versicherer einen Unterversicherungsverzicht anbietet! Dies beseitigt alle Unklarheiten und Diskussionen im Leistungsfall.

Um eine Unterversicherung zu vermeiden, bietet sich neben der √ľblichen und im Markt vorherrschenden Taxierung nach dem Versicherungswert, Modelle an, die die Pr√§mie nach dem j√§hrlichen Honorarumsatz bemessen. Dies hat den erheblichen Vorteil, dass die Praxis nie unterversichert ist ‚Äď auch nicht in der Betriebsunterbrechung ‚Äď da der Umsatz j√§hrlich gemeldet wird. Insbesondere dann, wenn die Betriebsunterbrechung mit identischer Versicherungssumme wie der Praxisinventarwert versichert wird, droht eine Unterversicherung im Schadensfall. In der Praxis ist das leider h√§ufig der Fall. √úberpr√ľfen Sie deshalb Ihren Versicherungsschutz und passen ihn ggf. an.

Ein weiteres Problem ist die h√§ufig anzutreffende Zeitwertklausel (40%-Klausel), die zu betr√§chtlichen Leistungsk√ľrzungen f√ľhren kann. In den Bedingungen steht: Versicherungswert der Betriebseinrichtung ist der Neuwert ‚Äď Neuwert ist der Betrag, der aufzuwenden ist, um Sachen gleicher Art und G√ľte im neuwertigen Zustand wiederzubeschaffen. Ersetzt wird allerdings nur der Zeitwert, falls er weniger als 40% des Neuwertes betr√§gt. Dies tritt insbesondere bei Praxen zu, wo die Betriebseinrichtung √§lter als 10 Jahre ist. Bei Computern etc. kann dieses Problem nat√ľrlich schon wesentlich fr√ľher eintreten. Verst√§rkt wird diese Thematik noch dadurch, dass es keinen wirklichen Markt gibt, um Betriebseinrichtungen nach dem Zeitwert tats√§chlich bewerten zu lassen. √úblicherweise werden die Werte durch einen Sachverst√§ndigen bestimmt. Dabei hat sich gezeigt, dass der Zeitwert sehr schnell erreicht ist und insofern erhebliche Deckungsl√ľcken f√ľr den Zahnarzt / die Zahn√§rztin bestehen.

 

Des Weiteren haben einige Praxen keine Elementarschadenversicherung! Selbst wenn die Praxis nicht im Erdgeschoss liegt, kann das Wasser in den Keller laufen und hier erhebliche Sch√§den am Kompressor etc. anrichten. Wenn ‚Äď wie aktuell im Kreis Ahrweiler der Fall ‚Äď die Sch√§den so gro√ü sind, dass kein Strom und Wasser zur Verf√ľgung steht, kommt es zu einer versicherten Betriebsunterbrechung.

Sie sollten sich mit dem Einschluss der Elementargefahren beeilen, da die Versicherer ggf. in der Zukunft den Einschluss auf Grund der gestiegen Gefahr in bestimmten Gebieten nicht mehr zulassen.

Naturgefahren: W√§rmere Luft kann mehr Wasser aufnehmen. Viel spricht daf√ľr, dass sich Naturkatastrophen in Deutschland k√ľnftig noch √∂fter ereignen werden. Grund ist nat√ľrlich der Klimawandel.¬† ‚ÄěAuf Basis der Beobachtungen ist es empfehlenswert, sich auf eine Zukunft mit mehr extremen Wetterphasen vorzubereiten‚Äú, warnt Thomas Deutschl√§nder, Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Das hei√üt: mehr und heftigere St√ľrme, h√§ufigere Phasen von Trockenheit und vor allem mehr Regen. Die Erkl√§rung daf√ľr ist relativ einfach. Je st√§rker sich die Luft erw√§rmt, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Ein Grad Temperaturanstieg bedeuten rund sieben Prozent mehr Wasser. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1882 ist die Durchschnittstemperatur in Deutschland um 1,4 Grad Celsius gestiegen. Die mittlere j√§hrliche Niederschlagsmenge hat seitdem um rund zehn Prozent zugelegt.

 

Ralf Seidenst√ľcker (Jahrgang 1968) ist Vorstand und Teilhaber der nucleus AG sowie Gesch√§ftsf√ľhrer der Versicherungsstelle f√ľr Zahn√§rzte GmbH. In dem Unternehmen ist er f√ľr Vertrieb und Marketing zust√§ndig.

 

Er hat in K√∂ln Betriebswirtschaft studiert und ist seit 25 Jahren im Versicherungswesen t√§tig. Durch die spezialisierte Ausrichtung auf die Zahn√§rzteschaft ist die nucleus AG in den vergangenen Jahren f√ľr ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet worden.

Die Versicherungsstelle f√ľr Zahn√§rzte GmbH kooperiert mit der Bundeszahn√§rztekammer und mit diversen Landeszahn√§rztekammern. Mehr erfahren Sie unter www.versicherung-zahnaerzte.de

 

Als Versicherungsmakler bieten wir die komplette Bandbreite des Marktes und haben einige Deckungskonzepte f√ľr die Zahn√§rzteschaft entwickelt.