Impfungen durch Zahnärzte und Nachweis von ausreichendem Versicherungsschutz bei der Berufshaftpflichtversicherung

 

 

Die sog. ‚ÄěBund-L√§nder-Runde‚Äú hat k√ľrzlich beschlossen, dass auch Zahn√§rzte zuk√ľnftig in der eigenen Praxis impfen d√ľrfen. Bevor es aber soweit ist, sind noch einige Fragen zu kl√§ren. Eine davon betrifft die Haftung und den Versicherungsschutz.

F√ľhrende Versicherungen haben schon signalisiert, dass Versicherungsschutz im Rahmen der Berufshaftpflichtversicherung besteht:

‚ÄěSofern die Corona-Schutzimpfungen gem√§√ü den gesetzlichen Vorgaben und Erm√§chtigungen erfolgen, k√∂nnen wir Versicherungsschutz f√ľr die Durchf√ľhrung dieser Impfungen im bedingungsgem√§√üen Umfang (ohne Beitragszuschlag) best√§tigen. Der Betrieb eines eigenen Impfzentrums ist davon ausgenommen‚Äú.

Wir gehen davon aus, dass sich alle Versicherungen in dieser Form kurzfristig dazu bereit erklären, Versicherungsschutz zu gewähren.

Des Weiteren ist im Juli das neue Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) in Kraft getreten. Im § 95 e SGB V werden bestimmte Mindestversicherungssummen festgelegt:

–¬†¬†¬†¬†¬†¬† 3 Mio. Euro, 2-fach maximiert f√ľr den einzelnen Vertragsarzt

–¬†¬†¬†¬†¬†¬† 5 Mio. Euro, 3-fach maximiert f√ľr Vertrags√§rzte mit angestellten √Ąrzten, Berufsaus√ľbungsgemeinschaften (BAG) und Zahnmedizinischen Versorgungszentren (ZMVZ)

Maximierung bedeutet die Höchts-Schadensleistung je Versicherungsjahr.

Ein entsprechender Versicherungsnachweis (Bescheinigung des Versicherers nach ¬ß 113 Abs. 2 des Versicherungsvertragsgesetzes) muss gegen√ľber dem Zulassungsausschuss erfolgen. Das Vorlegen einer Police oder einer vorl√§ufigen Deckungszusagen ist nicht ausreichend. Bislang werden die Bescheinigungen schnell und unb√ľrokratisch von den Versicherungen ausgestellt.

Unverst√§ndlich ist in dem Zusammenhang, dass keine Verpflichtung f√ľr angestellte Zahn√§rzte/innen besteht, sich eigenst√§ndig zu versichern. Auf Grund der angestellten T√§tigkeit steht nat√ľrlich die Zahnarztpraxis auf Grund des Behandlungsvertrags in der Haftung. Dennoch kann unabh√§ngig davon auch gegen den angestellten Zahnarzt/√§rztin auf Grund der sog. deliktischen Haftung Anspr√ľche erheben. Insofern ist es alleine aus diesem Grund ratsam, dass sich angestellte Zahn√§rzte/innen selbst versichern.

Auffallend ist, dass viele Zahnärzte/innen noch alte Verträge mit nicht ausreichenden Versicherungssummen und veralteten Bedingungen haben. Durch die Umstellung auf höhere Versicherungssummen mit dreifacher Maximierung und aktuelle Tarifbedingungen kommt es teilweise zu erheblichen Beitragsanpassungen. Insofern sollte ein neues Angebot des aktuellen Versicherers vorab mit dem Markt verglichen und ggf. ein Wechsel in Betracht gezogen werden.

Die Beitragsunterschiede sind bei identischen Leistungen enorm, wie der nachfolgende Vergleich aufzeigt:

Einzelpraxis ohne Angestellte Zahnärzte/innen, 3 Millionen Versicherungssumme, mit Implantologie, inkl. privater Haftpflicht

VersichererAlte LeipzigerDeutsche √Ąrzteversicherung HDI/JanitosVersicherungsstelle f√ľr Zahn√§rzte
Jahrespr√§mie inkl. Steuer716,21 ‚ā¨1.134,07 ‚ā¨867,51 ‚ā¨294,38 ‚ā¨

Einzelpraxis mit angestellten Zahnärzten/innen, 5 Millionen Versicherungssumme mit Implantologie, inkl. privater Haftpflicht

VersichererAlte LeipzigerDeutsche √ĄrzteversicherungHDI/JanitosVersicherungsstelle f√ľr Zahn√§rzte
1 angestellter ZA/Z√Ą1.282,48 ‚ā¨1.626,73 ‚ā¨886,55 ‚ā¨464,10 ‚ā¨
2 angestellte ZA/Z√Ą1.718,88 ‚ā¨2.119,39 ‚ā¨886,55 ‚ā¨588,75 ‚ā¨
4 angestellte ZA/Z√Ą2.591,67 ‚ā¨3.104,71 ‚ā¨1.829,03 ‚ā¨883,13 ‚ā¨

Der Zusatzbeitrag z√§hlt je angestelltem Zahnarzt/√§rztin unabh√§ngig davon, ob die Stelle Vollzeit oder zeitlich reduziert ausge√ľbt wird.

Ralf Seidenst√ľcker ist Vorstand der nucleus AG sowie Gesch√§ftsf√ľhrer der Versicherungsstelle f√ľr Zahn√§rzte GmbH.

Informationen unter www.versicherung-zahnaerzte.de

Kontakt: 02234-694 690, Mail: Koeln@vfz-gmbh.de