Wenn man bestimmte Regeln beachtet, ist die Frage grunds√§tzlich mit ‚ÄěJa‚Äú zu beantworten.

1. Die Wahl des Versicherers:

In der Regel sind Zahn√§rzte/innen privat krankenversichert. Da dies ein B√ľndnis auf Lebenszeit ist, sollte man sich von Beginn an f√ľr einen finanzstarken Versicherer entscheiden. Die Finanzst√§rke wird h√§ufig getestet und es gibt gro√üe Unterschiede. Grunds√§tzlich kann gesagt werden, dass ein finanziell solides Unternehmen auch langfristig stabilere Beitr√§ge ausweisen wird.

Ein Auszug aus einem aktuellen Rating zeigt die Unterschiede: (5 Sterne = Beste Bewertung)

AnbieterM&M PKV - Unternehmensrating
Allianz*****
AXA**
Barmenia*
Central***
Continentale*
Debeka****
Deutscher Ring****
DKV**
Gothaer**
Hallesche****
HUK-Coburg*
Inter***
Signal****
UKV**
Universa***

Quelle: Morgen&Morgen, KV-Unternehmensrating, Stand 2017

Dar√ľber hinaus kann man durch das ‚ÄěVertragsmanagement‚Äú w√§hrend der Laufzeit √ľber die Jahre hinweg viele Beitr√§ge sparen, die zur gezielten Beitragsreduktion im Alter eingesetzt werden k√∂nnen.

2. Tarifoptimierung sehr empfehlenswert:

¬ß 204 VVG bietet die M√∂glichkeit, in einen g√ľnstigeren Tarif bei der gleichen Versicherungsgesellschaft unter Mitnahme der Altersr√ľckstellungen, ohne erneute Gesundheitspr√ľfung zu wechseln. Im Bereich der Zahn√§rzteschaft gibt es allerdings keine gro√üe Tarifvielfalt, sodass ein Tarifwechsel nur bedingt √ľberhaupt in Frage kommt. Dennoch gibt es h√§ufige Optimierungsm√∂glichkeiten, die wir im Folgenden aufzeigen m√∂chten.

2.1. Skonto bei jährlicher Zahlunsweise

Viele Gesellschaften geben z. B. ein Skonto zwischen 1% bzw. 4%, wenn man den Beitrag jährlich im Voraus zahlt. Auch bei halbjährlicher oder quartalsweiser Zahlung können Skonti gewährt werden.

Skonto bei jährlicher Zahlungsweise:

GesellschaftSkonto
Inter4%
Barmenia4%
Allianz4%
Axa2%
Hallesche3%
DKV3%
Universanein
Signal-Iduna1%
Deutscher Ring1%
Continein
Gothaer4%
Hanse Merkur3%
Mannheimer4%
Arag3%
HUK-Coburg2%

Bei den derzeitigen Zinssätzen von Banken ist die Vorauszahlung bei entsprechendem Skonto sicherlich alternativlos, wenn die Liquidität vorhanden ist.

2.2. Vorauszahlungsmodell:

Durch das sogenannte Vorauszahlungsmodell lassen sich zusätzlich Steuern sparen:

Seit dem Jahr 2010 sind die Beitr√§ge zu Basis-, Kranken- und Pflegeversicherung in tats√§chlicher H√∂he und unbegrenzt als Sonderausgaben absetzbar ‚Äď und zwar in dem Jahr, in dem sie gezahlt wurden. Daraus ergeben sich f√ľr die Steuererkl√§rung wichtige Aspekte. Denn ein Steuervorteil ist auch dann m√∂glich, wenn die Beitr√§ge im Voraus f√ľr kommende Jahre gezahlt werden. Absetzbar sind Vorauszahlungen bis zur 2,5-fachen H√∂he des laufenden Jahresbeitrages.

Der Beitrag f√ľr die private Krankenversicherung ist also in dem Jahr anteilig absetzbar, in dem er geleistet wird. In den Folgejahren profitiert man davon, dass die √ľbrigen Versicherungsbeitr√§ge zum Beispiel f√ľr Haftpflicht-, Berufsunf√§higkeits- und Risikolebensversicherungen steuerlich geltend gemacht werden k√∂nnen. Das w√§re ausgeschlossen, wenn man seine Krankenversicherungsbeitr√§ge j√§hrlich zahlen w√ľrde, denn dann w√ľrden die zur Verf√ľgung stehenden Freibetr√§ge von 2800,- ‚ā¨ f√ľr Freiberufler vollst√§ndig ausgef√ľllt werden. Durch die Vorauszahlung belasten jedoch keine Krankenversicherungsbeitr√§ge diesen Teil, sodass der Freibetrag f√ľr diese Versicherungen zur Verf√ľgung steht.

2.3. Erhöhung der Selbstbeteiligung:

Eine Erh√∂hung der Selbstbeteiligung kann ebenfalls sinnvoll sein. In der Praxis kommt es vor, dass die Beitragsersparnis gr√∂√üer ist, als die Erh√∂hung der Selbstbeteiligung. Insofern geht man eigentlich kein Risiko ein. Dar√ľber hinaus sehen die Tarife h√§ufig Beitragsr√ľckerstattungen vor, wenn man keine Leistungen in Anspruch nimmt. Allerdings beteiligt sich das Finanzamt nur anteilig an den Beitr√§gen und nicht an den Kosten. Insofern muss sich die Erh√∂hung der Selbstbeteiligung auch nach Steuern rechnen.

2.4 Beispiel einer Optimierung:

Welche M√∂glichkeiten eine Tarifoptimierung bietet, zeigt nachfolgendes Beispiel, welches √ľber unser Unternehmen bearbeitet wurde.

Dr. N.N., 54 Jahre, mit Sohn versichert, aktueller Monatsbeitrag: 675,31 ‚ā¨

Umstellung in den Arzttarif mit einer Erh√∂hung der Selbstbeteiligung von 255,- ‚ā¨ auf 1.100,- ‚ā¨. Ansonsten verbesserte Leistungen. Ersparnis 803,- ‚ā¨

Neuversicherung des Sohnes bei einer anderen Gesellschaft mit verbessertem Versicherungsschutz. Ersparnis 579,- ‚ā¨

Umstellung auf j√§hrliche Zahlungsweise, Ersparnis 243,- ‚ā¨

Durch das Vorauszahlungsmodell konnte eine steuerliche Ersparnis von 1.340,- ‚ā¨ erzielt werden

Gesamtersparnis: 2.965 ‚ā¨ oder 36%.

Durch das gezielte ‚ÄěVertragsmanagement‚Äú konnte also eine erhebliche Ersparnis generiert werden. Wenn diese nun gezielt angespart wird, ergibt sich ein stattliches Polster, um ggf. anfallende h√∂here Beitr√§ge im Alter aufzufangen.

Eine empfehlenswerte M√∂glichkeit sind die sogenannten Beitragsentlastungstarife zur gezielten Reduktion des Monatsbeitrags. Diese Tarife beginnen in der Regel ab dem 65. Lebensjahr, k√∂nnen aber auf Wunsch schon vorher starten. Sie garantieren eine monatliche Entlastung ab dem 65. Lebensjahr oder fr√ľher und sind Teil der Altersversorgung! Daf√ľr ist ein zus√§tzlicher Beitrag erforderlich. Diesen k√∂nnen Sie genauso prozentual steuerlich absetzen, wie den Beitrag f√ľr Ihre PKV i. d. R. zwischen 80 und 90%. Die monatliche Entlastung ab Alter 65 ist dagegen steuerfrei. Insofern sind Beitragsentlastungstarife sehr lohnenswert.

Bei Zahnärzten kompensiert der Tarif den fehlenden Zuschuss der Versorgungswerke zur privaten Krankenversicherung, der von der gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wird

Die Beitragsentlastungstarife bieten häufig die einzige Möglichkeit steuerfinanziert Altersvorsorge aufzubauen, wenn die Höchstbeiträge in der sog. Schicht 1 durch die Beiträge zum Versorgungswerk oder private Basisrentenversicherungen ausgeschöpft sind.

Dazu ebenfalls ein Beispiel:

Ein f√ľnfzigj√§hriger Zahnarzt investiert einen Betrag in H√∂he von 10.000,- ‚ā¨ einmalig in die BE-Tarif bei der Allianz Krankenversicherung

Steuerlich k√∂nnen 85% abgesetzt werden, d. h. er hat eine Steuerersparnis von 4.100,- ‚ā¨ (Spitzensteuer / Kirche). Effektiv betr√§gt der Beitrag also nur ca. 5.900,- ‚ā¨

Die garantierte lebenslange Beitragsersparnis betr√§gt 94,20 ‚ā¨ monatlich ab Alter 65, d. h. 1.130,40 ‚ā¨ p. a. Der sog. ‚ÄěBreakeven‚Äú liegt also bei nur gut 5 Jahren.

Fazit: Wenn konsequent das ‚ÄěVertragsmanagement‚Äú √ľber die gesamte Laufzeit der privaten Versicherung beachtet wird, kann man dadurch erhebliche Beitragseinsparungen generieren. Wenn diese nicht konsumiert, sondern z. B. in Beitragsentlastungstarife angespart werden, wird ein erhebliches Guthaben aufgebaut, um ggf. h√∂here Beitr√§ge im Alter entgegen zu wirken.