Kindererziehungszeiten GRV

Von der ‚ÄěM√ľtterrente‚Äú k√∂nnen auch Zahn√§rztinnen im Versorgungswerk profitieren

Seit einem Urteil des¬† Bundessozialgerichts aus dem Jahr 2008 werden auch bei Mitgliedern von Versorgungswerken Kindererziehungszeiten von der gesetzlichen Rentenversicherung (BfA) anerkannt und ihnen entsprechende ‚ÄúEntgeltpunkte‚ÄĚ gutgeschrieben. Durch eine gesetzliche Neuregelung, die sogenannte „M√ľtterrente“, werden bei Geburten vor 1992 bis zu 30 Monate Kindererziehungszeit anerkannt. Bei Geburten ab 1992 sind es bis zu 36 Monate.

Dadurch k√∂nnen Zahn√§rztinnen auch von der gesetzlichen Rentenversicherung grunds√§tzlich eine Altersrente erhalten! Voraussetzung ist die Erf√ľllung der allgemeinen Wartezeit von 5 Jahren. Diese wird bei der Erziehung von 2 Kindern, die nach 1992 geboren wurden, bereits erf√ľllt. Wenn nur ein Kind erzogen wird, so k√∂nnen die fehlenden Monate durch freiwillige Beitr√§ge nachgezahlt werden. Der monatliche Mindestbeitrag betr√§gt 83,70 ‚ā¨, im Jahr also 1.004,40 ‚ā¨ und kann im Rahmen der steuerlichen H√∂chstgrenzen abgesetzt werden. Dabei ist die Beitragszahlung flexibel geregelt. Es sind bis zu zw√∂lf Einzahlungen pro Jahr m√∂glich. Die Zahlungen lassen sich jederzeit beenden oder unterbrechen.

Bei der Pr√ľfung der Wartezeit werden nat√ľrlich auch eventuelle gesetzlich sozialversicherungspflichtige T√§tigkeiten vor der Mitgliedschaft im Versorgungswerk ber√ľcksichtigt. Insofern ist die Zahlung von freiwilligen Beitr√§gen zur Erf√ľllung der allgemeinen Wartezeit ggf. nicht n√∂tig.

Der Praxistipp f√ľr Zahn√§rztinnen: wenn Sie Kinder haben, warten Sie nicht bis zum Rentenalter, sondern setzen Sie sich am besten jetzt schon mit der √∂rtlich zust√§ndigen Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung ‚Äď Bund in Verbindung, um a) Ihre Kindererziehungszeiten anrechnen zu lassen und b) zu kl√§ren, inwieweit f√ľr Ihren Rentenanspruch noch eine Beitragsnachzahlung erforderlich ist.

Welche Anspr√ľche erhalten Zahn√§rztinnen durch die M√ľtterrente?

Um einen Entgeltpunkt zu erreichen m√ľssen BfA-Mitglieder z. Zt. 7.044 ‚ā¨ (West) bzw. 6.263,- ‚ā¨ (Ost) im Jahr an Beitr√§gen entrichten. Dadurch erh√§lt man z. Zt. einen Rentenanspruch in H√∂he von 32,03 ‚ā¨ (West) bzw. 30,69 ‚ā¨ (Ost). In der Regel werden diese Renten j√§hrlich angepasst. In den vergangenen Jahren waren die Anpassungen i. d. R. h√∂her als die Rentensteigerungen der Versorgungswerke.

Durch die M√ľtterrente erhalten Zahn√§rztinnen pro Kind (Geburt nach 1992) also eine zus√§tzliche Altersrente in H√∂he von 96,09 ‚ā¨ (West) bzw. 92,07 ‚ā¨ (Ost).

Auch wenn innerhalb von drei Jahren nach der Geburt wieder gearbeitet wird und Beitr√§ge in das Versorgungswerk gezahlt werden, spielt dies f√ľr den Anspruch auf M√ľtterrente der BfA keine Rolle.

In den Zeiten der Kindererziehung hat man zusätzlich sogar einen Anspruch auf Riesterförderung, obwohl man ggf. wieder tätig ist und in das Versorgungswerk einzahlt. Diesen Anspruch haben ansonsten nur Zahnärztinnen, bei denen der Ehepartner in der BfA pflichtversichert ist.

Die aktuelle Riesterf√∂rderung betr√§gt je Kind 300,- ‚ā¨ und je Versicherten 175,- ‚ā¨. D. h. innerhalb von drei Jahren kann man zus√§tzlich noch 1.425 ,- ‚ā¨ Riesterf√∂rderung erhalten, bei 2 Kindern sogar noch mehr. Voraussetzung daf√ľr ist lediglich die Zahlung eines j√§hrlichen Mindestbeitrages von 60,- ‚ā¨.

Lassen Sie sich beraten!

Die BfA bietet in vielen Städten Beratungsstellen an. Die kostenfreie Telefonnummer lautet: 0800 1000 4800

Wer seine gesamten Rentenanspr√ľche aus Versorgungswerk und weiteren Quellen unter Ber√ľcksichtigung von Abgaben (Private Krankenversicherung, Steuern, etc.) kl√§ren m√∂chte, dem empfehlen wir eine individuelle Ruhestandsplanung. Dadurch erh√§lt man einen Gesamt√ľberblick √ľber die Nettoeink√ľnfte im Rentenalter. Dar√ľber hinaus werden √úberlegungen zum vorgezogenen Ruhestand, Schutz der Hinterbliebenen und Pflege diskutiert.