Berufshaftpflichtversicherung f√ľr Zahn√§rzte

Die wichtigste Versicherung ist die Haftpflicht

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Die Berufshaftpflichtversicherung ist f√ľr niedergelassene Zahn√§rzte die wichtigste Versicherung. Dabei werden berechtigte Ersatzanspr√ľche des Patienten erf√ľllt, unberechtigte werden ‚Äď auch gerichtlich ‚Äď abgewehrt (sogenannter passiver Rechtsschutz). Im Arzthaftpflichtrecht ergibt sich eine Haftung einerseits aus einer Pflichtverletzung des mit dem Patienten jeweils geschlossenen Behandlungsvertrages und andererseits aus der deliktischen Haftung des behandelnden Arztes pers√∂nlich. Neben der zivilrechtlichen Haftung, gibt es die strafrechtliche Haftung. Dieses ist immer dann der Fall, wenn der Arzt gegen den Patienten eine K√∂rperverletzung begangen haben soll. Die Haftpflichtversicherung unterst√ľtzt den Zahnarzt auch in diesen F√§llen.

Empfehlenswert ist eine Versicherungssumme von mind. 3 Mio. ‚ā¨, besser 5 Mio. ‚ā¨ f√ľr Sach-, Personen- und Verm√∂genssch√§den.

Der Versicherungsumfang sollte m√∂glichst umfangreich sein und alle T√§tigkeiten beitragsfrei mit einschlie√üen, wie zum Beispiel: Implantat- und Laserbehandlung, Akupunktur, Lachgasedierung, Sportler- und Schnarcherschutz, Zahnregulierungen aus rein √§sthetischen Gr√ľnden, Bleaching, Aufbringen- und Entfernen von Zahnschmuck, Umwelthaftpflicht- und schadenversicherung, Internethaftpflicht, erweiterter Strafrechtsschutz, berufliches Schl√ľsselrisiko, Anspr√ľche aus Benachteiligungen (AGG Deckung).

Es gibt Berufshaftpflichtversicherungen die einen sogenannten Kontrahierungszwang anbieten. Das bedeutet im Ergebnis, dass unsere Mitglieder auch bei schlechten Schadenverl√§ufen nie ohne Versicherungsschutz gelassen werden. Die Versicherung w√ľrde bei schlechten Schadenverl√§ufen mit Beitragserh√∂hungen bzw. Selbstbehalt arbeiten, aber den Versicherungsschutz nicht verwehren. Das kann unter Umst√§nden ein existenzsichernder Punkt sein.

Die Beitragsunterschiede in der Berufshaftpflichtversicherung f√ľr Zahn√§rzte sind enorm. Es gibt Gesellschaften mit einem Jahresbeitrag von mehr als 1.500,- ‚ā¨ ohne eine Verbesserung im Versicherungsschutz zu bieten, g√ľnstige liegen bei unter 300,- ‚ā¨ p. a.

Mitversicherte Personen

S√§mtliche Betriebsangeh√∂rige inkl. angestellter Zahn√§rzte sind √ľber den Vertrag des Praxisinhabers mitversichert. Angestellte Zahn√§rzte sind bei manchen Gesellschaften teilweise beitragsfrei mitversichert, teilweise wird ein Zusatzbeitrag bis zu 70% des Beitrages des niedergelassenen Zahnarztes verlangt. Um die Beitr√§ge zu optimieren, sollte der Versicherungsschutz individuell auf die Gegebenheiten der Praxis abgestimmt werden.

Empfehlung: Separate Versicherung des angestellten Zahnarztes

Neben den oben beschriebenen vertraglichen Anspr√ľchen gegen den Praxisinhaber besteht weiterhin die M√∂glichkeit, dass der klagende Patient sowohl gegen den Praxisinhaber, als auch gegen den angestellten Zahnarzt aufgrund eines deliktischen Anspruchs vorgeht. Dies bedeutet, dass der angestellte Zahnarzt grunds√§tzlich pers√∂nlich haftet. Um diese deliktische Haftung auszuschlie√üen, sollte sich der angestellte Zahnarzt selbst versichern. Dar√ľber hinaus ist eine eigenst√§ndige Versicherung des angestellten Zahnarztes sinnvoll, da dar√ľber gelegentlich au√üerdienstliche T√§tigkeiten, wie z. B. Praxisvertretungen, das √§rztliche Restrisiko, Erste-Hilfe-Leistungen sowie der Arbeitgeberregress f√ľr Sachsch√§den am Praxisinventar versichert sind.

Manche Gesellschaften schlie√üen die deliktische Haftung des angestellten Zahnarztes in der Haftpflicht des niedergelassenen Zahnarztes mit ein. Dies gilt es im Einzelfall zu √ľberpr√ľfen.

Nachhaftungsversicherung:

Eine besondere Situation entsteht, wenn der Zahnarzt in den Ruhestand tritt oder gar verstirbt. In der Regel wird mit Eintritt in den Ruhestand der bisherige Praxisinhaber seine Praxis an den Nachfolger √ľbergeben, der dann alle mit der Praxis verbundenen Rechte und Verpflichtungen √ľbernimmt. Gleiches gilt bei Tod des Praxisinhabers f√ľr den Erben bzw. einer Erbengemeinschaft.

Die √úbergabe der Praxis mit allen Rechten und Pflichten ist jedoch nur ein Aspekt der T√§tigkeitsaufgabe f√ľr den Zahnarzt. Es bleibt n√§mlich noch die Verantwortung des abgebenden Praxisinhabers f√ľr seine zahn√§rztliche T√§tigkeit, die bisher durch seine Berufshaftpflichtversicherung abgesichert war. Mit Eintritt in den Ruhestand oder bei Tod des Praxisinhabers wird die Berufshaftpflicht oft aufgehoben.

Nun kann es zu folgendem Problem kommen: Schadenersatzanspr√ľche von ehemaligen Patienten werden nach Aufgabe der Praxis an den ehemaligen Inhaber oder bei Tod des Praxisinhabers an dessen Erben herangetragen, weil der Schaden erst zu diesem sp√§teren Zeitpunkt zutage getreten ist.

Das Schadenereignis ist das Ereignis, als dessen Folge die Sch√§digung unmittelbar eingetreten ist. Auf den Zeitpunkt der Schadenverursachung, die zum Schadenereignis gef√ľhrt hat, kommt es nicht an.

In den Versicherungsbedingungen gilt grundsätzlich die so genannte Schadensereignistheorie. Folglich kommt es darauf an, wann der Schaden tatsächlich eingetreten ist und nicht darauf, wann der Behandlungsfehler erfolgt sein soll.

Die Berufshaftpflichtversicherung des Zahnarztes wird aber nur Leistungen bieten, wenn das Schadenereignis während der Laufzeit des Vertrages eingetreten ist.

Wie bereits oben festgestellt, wird die Berufshaftpflicht zum Ende der Berufst√§tigkeit oft aufgehoben bzw. gek√ľndigt. Oder sie erlischt nach den Allgemeinen Haftpflichtbedingungen mit Aufgabe der Praxis oder Tod des Praxisinhabers. Dies ist bei √§lteren Vertr√§gen oft der Fall. Wenn dann Schadenereignisse oder vermeintliche Behandlungsfehler erst nach Ablauf der Berufsunf√§higkeitsversicherung des Praxisinhabers zutage treten, besteht kein Versicherungsschutz mehr. Die Folge ist, dass der Praxisinhaber bzw. dessen Erben pers√∂nlich mit ihrem Verm√∂gen haften. Wollen der Zahnarzt oder seine Erben nicht pers√∂nlich haftbar gemacht werden, kann nur eine Ruhestands- oder Nachhaftungsver-sicherung helfen.

Hierbei sind folgende Situationen denkbar:

Aufgabe des bisher versicherten Risikos
Der Zahnarzt gibt seine bisherige T√§tigkeit in eigener Praxis auf, wird aber noch Praxisvertretungen durchf√ľhren oder gelegentlich zahn√§rztlich t√§tig sein (Restrisiko). Hier ist eine so genannte Ruhestandsversicherung erforderlich, die die aktuellen Risiken und auch eine Nachhaftungsversicherung enthalten sollte. Die Ruhestandsversicherung ist beitragspflichtig.

Endg√ľltige Aufgabe der zahn√§rztlichen T√§tigkeit
Gemeint ist die endg√ľltige Berufsaufgabe durch R√ľckgabe der Approbation. Hier ist eine Nachhaftungsversicherung empfehlenswert, die eventuelle Risiken aus der beendeten beruflichen T√§tigkeit umfasst.

Tod des Zahnartes/ärztin
Die Berufshaftpflicht des Zahnarztes hat seine zahn√§rztliche T√§tigkeit versichert. Mit Eintritt seines Todes und, vereinfacht ausgedr√ľckt, mit Annahme des Erbes durch die Erben oder auch die Erbengemeinschaft, gehen auch die Verpflichtungen von ehemaligen Patienten, die nach dem Tod des Zahnarztes zu Tage treten. Eine Nachhaftungsversicherung f√ľr die Erben ist also unerl√§sslich.

F√ľr alle drei genannten Varianten sollte der bisherige Berufshaftpflichtversicherer angesprochen werden. Denn eine Ruhestands- oder Nachhaftungsversicherung ist in der Regel nur bei dem Versicherer m√∂glich, bei dem die aktive Berufshaftpflichtversicherung bestanden hat. Aber Achtung: Es kann noch Altvertr√§ge geben, bei denen eine Nachhaftungsversicherung nicht vorgesehen ist.
Es sollte noch w√§hrend des aktiven Berufslebens die M√∂glichkeit gepr√ľft werden, in das aktuelle Bedingungswerk umzustellen, welches ggf. sogar eine beitragsfreie Nachhaftungsversicherung vorsieht. Ein Versichererwechsel darf aber auf keinen Fall ungepr√ľft vorgenommen werden, da die Gesellschaften eine Nachhaftungsversicherung nur anbieten, wenn die aktive Berufshaftpflicht bis zu 5 Jahre dort bestand hat.

 

Wichtige Leistungsbausteine des Versicherungsschutzes (Auszug)

Abhandenkommen von fremden Sachen:
Versichert ist das Abhandenkommen, die Vernichtung oder die Beschädigung von Besucher- und Belegschaftshabe und den sich daraus ergebenden Vermögensschäden. Daraus resultierende KFZ-Schäden sind nur versichert, wenn der Parkplatz ausreichend gesichert war und keine anderweitige Versicherung besteht. Vom Versicherungsschutz ausgenommen sind Geld, Schmuck und Kreditkarten.

Abhandenkommen von Schl√ľsseln:
Versichert ist das Abhandenkommen von fremden Schl√ľsseln (auch Generalschl√ľssel f√ľr eine zentrale Schlie√üanlage), die sich im Gewahrsam der versicherten Personen (d.h. auch Angestellten) befinden. Versichert sind die Kosten f√ľr die notwendige Auswechselung von Schl√∂ssern bzw. vor√ľbergehende Sicherungsma√ünahmen.
Ausgeschlossen bleiben Anspr√ľche aus Folgesch√§den eines Schl√ľsselverlustes (z. B. wg. Einbruchs) Hier greift dann die Praxisinventarversicherung.

Erweiterter Strafrechtsschutz:
In einem Strafverfahren wegen eines Ereignisses, das einen unter den Versicherungsschutz fallenden Haftpflichtanspruch zur Folge haben kann, √ľbernimmt der Versicherer die Gerichtskosten und die Verteidigung. Dies gilt aber nicht f√ľr Straftaten, die Vorsatz vermuten. Hier hilft nur eine Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein‚Äú Spezial-Strafrechtsschutz‚Äú.

Erf√ľllungsschaden:
Eingeschlossen ist der Ersatz der Laborkosten f√ľr die Wiederherstellung von im Gebrauch befindlichem Zahnersatz, der aufgrund eines zahn√§rztlichen Fehlers nicht mehr verwendet werden kann, soweit der Versicherungsnehmer daf√ľr von dem Krankenversicherer in Anspruch genommen wird.

AGG-Deckung:
Versichert ist die Verletzung einer Vorschrift zum Schutz vor Benachteiligung, insbesondere aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Vermögensschäden:
Im Folgenden werden Beispiele f√ľr Verm√∂genssch√§den aufgef√ľhrt:

A) Vermögensschäden durch die Verletzung des Datenschutzes durch Miss-brauch personenbezogener Daten.
B) Vermögensschäden durch Gutachter- und Sachverständigentätigkeit
C) Wiederherstellung von Zahnersatz. Die Kosten f√ľr die Wiederherstellung von auf Grund eines zahn√§rztlichen Fehlers nicht mehr verwendbaren Zahnersatzes in H√∂he der Laborkosten, soweit der Zahnarzt/-√§rztin von der kassenzahn√§rztlichen Vereinigung in Anspruch genommen wird.

Umwelthaftpflichtversicherung:
Versichert sind Personen- und Sachschäden durch Umwelteinwirkung auf Boden, Luft und Wasser

Umweltschadenversicherung:
Versichert ist die Sanierung von Umweltsch√§den, z. B. Gew√§sser, B√∂den, gesch√ľtzte Arten, etc.

Die hier aufgef√ľhrten Bausteine des Versicherungsschutzes finden sich nicht in allen Versicher-ungsbedingungen wieder. Nur eine √úberpr√ľfung im Einzelfall schafft Klarheit. Bei einer normalen Vorschadenquote unter 50% in den letzten 5 Jahren ist ein Wechsel des Versicherers problemlos m√∂glich.

Bei Interesse nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf